Panteleev in Trier

Euphorie und Jubelchöre im Trierer Theater

So viel Begeisterung gab es selten in einem Trierer Sinfoniekonzert. Schon beim Orchesterauftritt brandete lauter Beifall auf. Die Euphorie trug über die gesamte Distanz.

Trier. Da schau\' einer her! Kaum steht auf dem Programm mal Unproblematisches, kaum reist dazu ein prominenter Solist an, da ist das Trierer Theater restlos ausverkauft. Aber vielleicht hat sich auch herumgesprochen, dass man für gelungene Sinfoniekonzerte nicht unbedingt nach Luxemburg fahren muss.
Gleich zu Beginn des 7. Sinfoniekonzerts sammelten die Trie rer Philharmoniker unter Gastdirigent Martin Panteleev Punkte. Panteleevs eigene Komposition "Die Insel" verbindet wirkungsvoll Idylle und Sturm-Dramatik - brillant in der Orchesterbehandlung, filmmusikalisch illustrativ, reich an Stimmungskontrasten. Eine prächtig musizierte Flut von suggestiven Klangbildern, Musik für geschlossene Augen.

Glanzstücke auf dem Horn


Zum wichtigsten Aktivposten des Konzerts indes entwickelte sich Hornsolist Stefan Dohr. Kritikaster mögen bei der Einleitungsfanfare zum 1. Hornkonzert von Richard Strauss das demonstrativ Weltmännische vermissen. Aber dann! Lassen sich die wunderbaren Melodielinien des junge Strauss\' singender, weicher, flexibler, ja liebevoller musizieren? Dohr, Solohornist der Berliner Philharmoniker, bringt auf den Punkt, was am Horn begeistern kann - diese unnachahmliche Verbindung aus schmetterndem Signalton, weich gebundener Kantilene, Figurenbrillanz und Klangfarbenfülle! Panteleev und die Trierer sangen förmlich mit - mal die Violinen, mal die Basslinie, mal die Holzbläser, denen Strauss besonders delikate Aufgaben anvertraut. Am Ende des Konzerts das Publikum formierte sich zu lautstarken Jubelchören.

 

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